In der Potsdamer Mitte entsteht ein neus Digital-Lernzentrum, das als außerschulischer Lernort bis zu 1.500 Schülerinnen und Schüler pro Jahr mit Digitaltechnik vertraut machen soll – kostenfrei und in Ergänzung zum regulären Unterricht. Der Standort im neuen Kreativquartier verbindet dabei zentrale Lage, moderne Infrastruktur und die Nähe zu Wissenschafts- und Kulturakteuren in der Stadt. Finanziert wird das neue Lernzentrum von der Stiftung des Software-Milliardärs Hasso Plattner, der sich seit vielen Jahren auf vielfältige Weise für die Entwicklung der Stadt Potsdam engagiert.  

Berichtet hatte erstmals der Tagesspiegel, der von einem großen Zentrum für digitale und kreative Bildung für Tausende Jugendliche spricht. Dort heißt es, die Einrichtung solle bereits im zweiten Halbjahr als Hauptmieter in das Kreativquartier in der Potsdamer Mitte einziehen, das kurz vor der Eröffnung stünde. Demnach sollen in der neuen Ausbildungsstätte jedes Jahr bis zu 1.500 Schülerinnen und Schüler mit Digitaltechnik vertraut gemacht werden – und dass kostenlos. Plattner ist es wichtig, dass Jugendliche egal welcher Herkunft gleiche Bildungschancen erhalten. Dafür steht auch das neue Lernzentrum. Hier werden die Jugendlichen spielerisch an Themen wir Künstliche Intelligenz, Robotik und Sensorik sowie 3D-Druck und weitere Zukunftstechnologien herangeführt. Um eine qualitativ hochwertige Bildung zu gewährleisten, soll das Zentrum künftig über eigene Lehrkräfte und Sozialarbeiter*innen verfügen.  

Inhaltlich reiht sich das Projekt ein in etliche Initiativen des Landes Brandenburg zum Ausbau der eigenen digitalen Bildungslandschaft. Das Land investiert in digitale Infrastruktur, Lernplattformen und Fortbildungsangebote, etwa in die Schul-Cloud sowie in Programme für digitales Lernen. Seit dem Schuljahr 2025/26 steht den öffentlichen Schulen mit „telli“ ein landesweit einsetzbarer KI-Chatbot zur Verfügung, der Lehrkräfte und Lernende unterstützt. Während „telli“ direkt im Unterricht wirkt, adressiert das neue Digital-Lernzentrum den außerschulischen Raum, in dem projektorientiertes und experimentelles Lernen leichter möglich werden soll. 

Für Potsdam und die Hauptstadtregion ist das Vorhaben auch industrie- und standortpolitisch bedeutsam. Die Region profiliert sich seit Jahren als digitale Hauptstadtregion mit Schwerpunkten in Künstlicher Intelligenz, Data & AI, Robotik und Industrie 4.0. Für den langfristigen Erfolg als digitaler Wirtschaftsstandort sind jedoch gut ausgebildete Nachwuchskräfte entscheidend. Viele Bildungsansätze adressieren deshalb das frühzeitige Heranführen von Schülerinnen und Schülern an KI, Robotik und Co. Dieses vielfältige Angebot zur naturwissenschaftlichen Bildung wird nun um einen weiteren starken Player ergänzt, der als Bindeglied zwischen Schule, Hochschulen und Wirtschaft fungiert.  

Dass Potsdam auf einen starken Wissenschafts- und Hochschulstandort aufbauen kann, ist dabei ein Vorteil. Einrichtungen wie die Universität Potsdam und das Hasso-Plattner-Institut forschen seit Jahren zu digitaler Bildung und Künstlicher Intelligenz und sind in der digitalen Hauptstadtregion vernetzt. Kooperationsformate mit Studierenden oder Forschenden können die Brücke zwischen aktueller Forschung und schulischer Praxis schlagen. Für Jugendliche wird damit greifbar, dass hinter Technologien auch immer konkrete Berufs- und Bildungswege stehen.