(Foto: Parloa: Parloa Founders Malte Kosub und Stefan Ostwald)

Die Berliner KI-Firma Parloa hat in einer Series-D-Finanzierungsrunde 350 Millionen US-Dollar eingesammelt, was ihre Bewertung innerhalb von acht Monaten von einer auf drei Milliarden US-Dollar verdreifacht hat. Die Runde wurde vom US-Investor General Catalyst angeführt, der auch in andere KI-Startups wie Helsing und Black Forest Labs investiert, während bestehende Investoren wie EQT Ventures, Altimeter Capital und Mosaic Ventures mitwirkten. Das Unternehmen, gegründet 2017 von Malte Kosub und Stefan Ostwald, plant mit den Mitteln eine aggressive internationale Expansion, darunter neue Büros in San Francisco und Madrid. 

Technologie und Marktposition 

Parloa entwickelt mit seiner AI Agent Management Platform (AMP) autonome KI-Agenten, die natürliche Gespräche mit Kunden führen und Anfragen in Voice- und Textkanälen bearbeiten – ein Ansatz, der über einfache Chatbots hinausgeht und als „Agentic AI“ bezeichnet wird. Das Unternehmen hat bereits einen jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) von 50 Millionen US-Dollar erreicht, getrieben durch eine Netto-Umsatzbindung von 150 Prozent und Neukunden wie den US-Anbieter HealthEquity. Kunden wie SAP, Allianz, Booking.com, Obi und der Flughafen Berlin Brandenburg nutzen die Plattform, um ihren Kundenservice zu automatisieren. Perspektivisch gehen Gartner-Expert*innen davon aus, dass der Markt für Conversational AI bis 2032 auf 36 Milliarden US-Dollar anwachsen wird. 

Investoren und Wachstumsgeschichte 

Zu den prominenten Unterstützern des KI-Startups zählen LinkedIn-Mitgründer Reid Hoffman, Celonis-Gründer Bastian Nominacher, Personio-Chef Hanno Renner sowie die Fußballstars Mario Götze und Bastian Schweinsteiger. General Catalyst-CEO Hemant Taneja und Jeannette zu Fürstenberg steigen neu in den Aufsichtsrat ein. 

Insgesamt hat Parloa seit der Gründung mehr als 560 Millionen US-Dollar Risikokapital eingesammelt, was es zu einem der kapitalstärksten Anbieter im Kundenservice-Bereich macht. Im Mai 2025 erreichte das Startup erstmals den Einhorn-Status mit einer Bewertung von einer Milliarde US-Dollar. 

Expansionspläne  

Parloa ist seit 2023 in den USA aktiv mit Hauptsitz in New York. Mit dem frischen Geld soll nun Europa weiter erschlossen werden – wie etwa Spanien. Zudem ist ein Teamwachstum von 350 Mitarbeiter*innen auf bis zu 600 bis Ende 2026 geplant.  

Relevanz für die Hauptstadtregion 

Für Berlins Startup-Ökosystem ist Parloas Wachstum ein wichtiger Meilenstein, der die hohe KI-Kompetenz der Metropolregion sichtbar macht. Hier entstehen an verschiedenen Innovationshubs KI-Anwendungen für Industrie und Dienstleistungen, die weltweit wirken und neue Firmen und Investoren anlocken.