Brandenburg hat ein neues Startup Labor: in Schwedt an der Oder. Am Freitag fand, gemeinsam mit Staatssekretär Michael Kellner vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), die feierliche Eröffnung statt. Das Besondere an diesem Startup Labor: Es entsteht nicht wie sonst püblich an einem etablierten Hochschulstandort. Stattdessen wurde es mitten in das Schwedter Industriegebiet gesetzt. Dort dockt es eng an die ansässigen Industrieunternehmen an. Besonders die PCK Raffinerie und der Papierhersteller Leipa Group engagieren sich. Denn mit den Startups sollen künftig auch neue Geschäftsmodelle und innovative Ideen für die anstehende Transformation in die Region kommen.

Auch die Forschungsexpertise wird nicht fehlen. Wissenschaftlicher Partner des Projektes ist die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE), die vor Ort eine Präsenzstelle betreibt. Zur Eröffnung betonte Prof. Dr. Alexander Pfriem, Vizepräsident für Forschung und Transfer an der HNE, die große Bedeutung des Netzwerkaufbaus in diesem besonderen Konstrukt. Denn das Startup Labor ist keine physische Hülle. Es ist vielmehr ein Kompetenznetzwerk und Inkubator für Zukunfts- und Schlüsseltechnologien für den notwendigen industriellen Wandel. Viele Kompetenzen müssen eingebunden und räumliche Entfernungen überwunden werden. Dafür wird um die verantwortlichen Akteure Sascha Lademann, Liza Wannwitz und Mirco Dragowski herum ein starkes Kernteam aufgebaut, das diese Vernetzung – auch international – vorantreiben soll.

Starkes Commitment zur Eröffnung

Am Freitag hat dies schon mal geklappt: Politik, Industrie, Wissenschaft und zahlreiche Vertreter:innen aus dem Startup-Ökosystem ließen es sich nicht nehmen, persönlich an der feierlichen Eröffnung teilzunehmen. Dieses vereinte Commitment war es schließlich auch, das es überhaupt erst möglich machte, dieses einzigartige Startup Labor so schnell aus dem Boden zu stampfen, wie Joscha Dapper vom Brandenburger Wissenschaftsministerium betonte.

Gefördert vom BMWK und Land Brandenburg soll das Startup Labor Schwedt die innovationsbasierte Strukturentwicklung vorantreiben. Schwedt ist von dieser Herausforderung besonders stark betroffen, da die PCK Raffinerie und Leipa sowohl den Arbeitsmarkt als auch das gesellschaftliche Leben am Standort essenziell prägen. Im Gegensatz zu anderen Regionen gibt es hier jedoch noch kein kooperatives Ökosystem, das Innovationen vorantreiben könnte. Dieses soll mit dem Startup Labor entstehen und wachsen.

Reallabor für Startups

„Es ist wichtig, dass das gemeinsam mit der Industrie passiert. Das ist eine einzigartige Chance für Startups aus den Bereichen Grüne Chemie, Nachhaltigkeit oder Fasertechnologien, die direkt mit einer Raffinerie in Kontakt treten und ihre Technologien unter Realbedingungen erproben möchten“, erläuterte Stefan Drews vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz das Alleinstellungsmerkmal des Standorts. Das erste Startup, das diese Chance genutzt hat ist refuel.green. Das junge Unternehmen hat seinen neu entwickelten Prototypen eines Plasmakatalyse Reaktors direkt auf dem PCK-Gelände installiert und am Freitag in Betrieb genommen. Hier kann die Technologie nun unter Realbedingungen erprobt und gemeinsam mit PCK optimiert werden.

Staatssekretär Michael Kellner brachte es auf den Punkt: „Schwedt ist ein unglaublich starker Standort, insbesondere durch die etablierten Industriebetriebe, eine gut ausgebildete Belegschaft und die vorhandenen Flächen. Das ist eine gute Basis, um sich Richtung Zukunft weiterzuentwickeln. Vor allem in der Kooperation zwischen Industrie und Startups können herausragende Ideen entstehen. Schwedt steht nun auf der Startup-Landkarte, auch ohne große Hochschule in unmittelbarer Nähe. Der jetzt schon ersichtliche Erfolg gibt dem Versuch recht.“