Betriebsrelevante Ersatzteile aus dem 3D-Drucker

Dank eines neues 3D-Druckverfahrens kann die Deutsche Bahn nun auch betriebsrelevante Teile wie diesen Radsatzlagerdeckel additiv fertigen. © Deutsche Bahn AG

Berlin, 12. Juli 2019: Im Grunewalder Werk der DB Netz AG wurden heute die neuesten Entwicklungen des Konzerns in Sachen additive Fertigung vorgestellt. Erstmals können auch betriebsrelevante Ersatzteile mit einem Gewicht von bis zu 17 Kilogramm im 3D-Drucker hergestellt werden. Das ermöglicht es der Deutschen Bahn künftig, die Lieferzeiten für Ersatzteile drastisch zu reduzieren und die Züge schneller wieder auf die Schiene zu bringen.  

Bereits seit 2015 fertigt der Konzern Ersatzteile im 3D-Drucker und ist eines der Gründungsmitglieder des Netzwerks „Mobility goes Additive“. Waren es in den Jahren 2016 und 2017 noch rund 1.000 Ersatzteile aus dem 3D-Drucker, hatte sich die Zahl im Jahr 2018 mit 7.500 Teilen mehr als versiebenfacht. Bisher handelte es sich dabei vor allem um kleinere, nicht betriebsrelevante Teile wie Kleiderhaken und Kopfstützen. Dank eines neuen Verfahrens, das von dem Marzahner Unternehmen GEFERTEC entwickelt wurde, können nun auch betriebsrelevante Ersatzteile mit hohem Gewicht additiv gefertigt werden. Dazu gehören etwa Spezialteile wie Radsatzlagerdeckel für Rangierlokomotiven oder Kastenkulissen für den Wagenkasten.

„Mit dem Durchbruch beim Metalldruck können wir jetzt schrittweise eine schnellere Versorgung mit Ersatzteilen sicherstellen und die Fahrzeuge gehen zügig wieder auf die Strecke“, freute sich DB-Digitalvorständin Sabina Jeschke über den Durchbruch. Ziel sei es, bis zum Jahr 2021 rund 10.000 verschiedene Ersatzteile via 3D-Druck produzierbar zu machen. Bislang können etwa 120 Teile auf diese Art gefertigt werden. Mit dem neuen Print-on-Demand-Verfahren wird zudem der Materialverbrauch auf das Rohmaterial reduziert, Produktionsabfall vermindert und auch der notwendige Lagerbestand verschlankt.  

Künftig wird das Produzieren im 3D-Druckverfahren zudem Teil der gewerbliche-technischen Ausbildung in der Instandhaltung des Konzerns. Dort lernen Azubis dann, wie sie Skizzen für die Fertigung im 3D-Drucker erstellen und Aufträge an Lieferanten vergeben.

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